House of Strauss:
There’s More Than Just Music Inside!

Im alten Casino Zögernitz dreht sich die Welt seit Ende letzten Jahres wieder im Dreivierteltakt. Wo früher rauschende Ballnächte gefeiert wurden und der gesamte Walzer-Clan aufspielte, präsentiert sich das neue „House of Strauss“ heute als beschwingte Komposition aus Konzertsaal, Kaffeehaus und multimedialem Museum.

Text
JÖRG BERTRAM

Moderne Technik trifft im House of Strauss auf klassische Musik

Moderne Technik trifft im House of Strauss auf klassische Musik

Prachtvoll. Der Strauss-Saal mit kostbarer
Deckenmalerei und funkelnden Kristalllustern.

Schon mal in einer Operette mitgespielt? Ein großes Orchester dirigiert? Oder den eigenen „Walzerpuls“ gemessen? Wenn nicht, wird es Zeit für einen Besuch in der Döblinger Hauptstraße 76! Umgeben von prachtvollen Jugendstilbauten und in Sichtweite der Wiener Weinberge hat hier im vergangenen Jahr das House of Strauss seine Pforten geöffnet. Als stil- und standesgemäße Unterkunft dient das denkmalgeschützte Casino Zögernitz aus dem Jahr 1837. Dort, wo sich einst die feine Hauptstadt-Gesellschaft traf, flaniert man heute durch aufwendig restaurierte Prunkräume und taucht dabei immer tiefer ein in das Leben und Wirken der Strauss-Familie. Multimediale Inszenierungen mit animierten Visuals, Video-Walls sowie Skulpturen als Projektionsfläche versetzen die Besucher:innen dabei nicht nur „an die schöne blaue Donau“ oder ins Reich des „Zigeunerbarons“, sondern vermitteln auch Eindrücke aus dem Komponistenalltag. So erfährt man beispielsweise, wie viele Stunden Johann Strauss Vater täglich mit Schlafen, Komponieren und Musizieren verbrachte. Als „Mann im Ohr“ – oder besser gesagt als derjenige, der die informativen Texte für die Museums-App eingesprochen hat – fungiert beim Rundgang kein Geringerer als der Ururenkel des großen Kapellmeisters und Obmann des „Wiener Instituts für Strauss-Forschung“. So wie House-of-Strauss-Gründer Herman Rauter war der adäquate Umgang mit der Familiengeschichte nämlich auch Prof. Dr. Eduard Strauss ein ganz besonderes Anliegen. Unterstützung erfuhr das Duo durch zahlreiche Museen, die Österreichische Nationalbibliothek oder das Atelier Brückner, das zuvor bereits mit seinem Konzept für das Museum of the Future in Dubai für Furore gesorgt hatte. Herzstück des Gebäudes ist der für seine einzigartige Akustik berühmte Strauss-Saal, in dem ein Avatar des Komponisten durch eine 15-minütige LED-Schau führt. Im funkelnden Schein imposanter Kristallluster finden hier aber auch zweimal wöchentlich Konzerte mit dem House-of-Strauss-Orchester statt. Unser Tipp: Verbinden Sie den Musikgenuss mit einem vorherigen Besuch im Museum und einem anschließenden Dinner im „Casino Kulinarium“, wo Haubenkoch Stefan Glantschnig mit „Geschmorter Kalbsbacke“ sowie „Apfelschmarrn mit Grantenschleck und Vanilleeis“ gleich zwei erklärte Lieblingsgerichte von Johann Strauss auf die Karte gesetzt hat. Während der kalten Jahreszeit speist man im Kulinarium umgeben von blumenbemalten Wänden auf poppig bunten Fauteuils. Von Frühjahr bis Herbst lockt einer der schönsten Gastgärten Wiens mit altem Baumbestand und plätscherndem Brunnen. Kein Wunder also, dass selbst die renommierte New York Times das House of Strausszu den Attraktionen zählt, die man „in Wien gesehen haben muss“, und der Nachrichtensender ntv seinen Besuch sogar als ebenso „berauschend wie einen StraussWalzer“ empfand …

House OF STRAUSS

Döblinger Hauptstraße 76, 1190 Vienna
Tuesday to Sunday: 10.00 a.m. – 6.00 p.m.
holidays until 5.00 p.m., closed Mondays, houseofstrauss.at
tel.: +43 (0) 676 977 79 64