"Alles Walzer" between the State Opera and Naschmarkt
Seit Anfang November zelebriert die
Dauerausstellung „JOHANN STRAUSS – NEW
DIMENSIONS“ das Leben des Komponisten
als Symphonie in sieben Akten. Die passende
Bühne bietet das ehemalige „Kleine Haus der
Kunst“, das pünktlich zum 200. Geburtstag des
großen Wieners in „Johann-Strauss-Museum“
umbenannt wurde.
T e x t JÖRG BERTRAM
P h o t o s JOHANN STRAUSS – NEW DIMENSIONS
Am Standort des neuen Johann-Strauss-Museums – nicht weit weg von der Staatsoper und direkt gegenüber vom Naschmarkt – hätte der Namensgeber und Schöpfer von Werken wie der Champagner-Polka oder dem Wiener Bonbons Walzer bestimmt seine Freude gehabt. Und auch das Ausstellungskonzept hätte dem „ersten Popstar der Musikgeschichte“ ganz sicher gefallen, präsentiert sich „JOHANN STRAUSS – NEW DIMENSIONS“ schließlich in Form eines multimedialen Meisterwerks in sieben Akten: Während im ersten Akt der als „Teufelsgeiger“ gefeierte Johann Strauss Vater im Mittelpunkt steht, beleuchtet der zweite Akt vor allem die Umwälzungen der Revolution von 1848 und die beginnende internationale Karriere von Johann Strauss Sohn. Der dritte und vierte Akt widmen sich dann seinem Erfolg in der Musikszene Russlands sowie dem weltberühmten Donauwalzer. Aber auch das Thema Frauen wird angesprochen – angefangen bei der Mutter bis hin zu seinen drei Ehefrauen. Akt fünf thematisiert die Hinwendung zur Operette und die Zeit, in der so einzigartige Werke wie „Die Fledermaus“ oder „Der Zigeunerbaron“ entstanden. Der sechste Akt markiert mit dem Tod von Johann Strauss 1899 das Ende einer Ära und den Beginn der Legendenbildung. Das große Finale bildet der siebte und letzte Akt, der in einem großen immersiven Raum mit 5,50 Meter hohen Wänden spielt und die zentralen Stationen im Leben von Johann Strauss noch einmal visuell beeindruckend Revue passieren lässt. Modernste Technologien ermöglichen es dabei, seine Musik und sein Schaffen in einer neuen, faszinierenden Dimension zu erleben. Außerdem wird gezeigt, wie der große Komponist und Kapellmeister auch heute noch die Menschen inspiriert und wie zeitgenössische Künstler:innen seine Werke mit modernen Interpretationen in die Gegenwart bringen. „Liverpool hat die Beatles. Tennessee hat Elvis Presley. Wien hat Strauss. Bis zu 50 Millionen Menschen verfolgen jährlich das Neujahrskonzert und unzählige Touristen fotografieren die goldene Statue im Wiener Stadtpark. Doch abseits dieser Statue gibt es kaum umfassende Informationsangebote zu Johann Strauss. Diese Lücke wollen wir schließen“, zeigt sich Peter Hosek, treibende Kraft hinter dem neuen Museum und Geschäftsführer der beiden privaten Betreiberfirmen, vom Erfolg des innovativen Projekts überzeugt. Wer Johann Strauss einmal vor Ort in all seinen neuen und alten Dimensionen erlebt hat, wird ihm recht geben.
„Immersiv, informativ, interaktiv“, so lautet das Motto im neuen Johann-Strauss-Museum.